Trauer wird sehr oft mit dem Tod einer nahestehenden Person oder eines Haustieres in Verbindung gebracht. Veränderung ist die einzige Konstante im Leben und Menschen müssen sich daher neuen Situationen stellen. Trauer und Traurigkeit sind natürliche Reaktionen auf Veränderung und Verlust, verursacht durch einen Todesfall oder das Ende einer Beziehung. Die Veränderung kann durch den Tod einer Person, den Verlust eines Haustieres, eine Scheidung, den Verlust eines Arbeitsplatzes, einen Wertewandel, Enttäuschungen, gesundheitliche Probleme, geringes Selbstwertgefühl usw. verursacht werden. Trauer kann eine wertvolle Erfahrung werden, wenn sie erkannt und bewusst verarbeitet wird. Wenn die Trauer nicht anerkannt und bewusst erlebt wird, kann sie emotionale Instabilität verursachen, immer wieder an die Oberfläche kommen und zu kontinuierlichem Leiden führen.
Wenn Menschen mit einem Verlust konfrontiert sind, durchlaufen sie oft einen Trauerprozess, um Bedeutung zu finden und die Veränderung zu akzeptieren, die in Zeit und Intensität variiert. Dieser Prozess wird oft als Trauerarbeit bezeichnet, was bedeutet, dass man durch verschiedene Phasen geht, um den normalen Lebensrhythmus wiederherzustellen. Durch Trauer zu gehen bedeutet, verschiedene Emotionen zu erleben und zu bewältigen. Die Trauer ist dynamisch und veränderlich in der Zeit und es geht nicht um „Heilung“ oder „Lösung“, sondern eher darum, sich an eine neue Situation anzupassen und sie zu akzeptieren.
Es werden verschiedene Phasen unterschieden, die sich in der Zeit ändern und variieren können. Diese Phasen sind Schock und Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz.
Schock und Verleugnung
In der Phase der Verleugnung können die Menschen nicht glauben, dass der Verlust real war, und sie können unfähig sein, etwas zu fühlen.
Wut
In dieser Phase können Menschen sich selbst, den Verstorbenen oder andere, die mit dem Verlust zu tun haben, die Schuld geben.
Verhandeln
In dieser Phase versuchen Menschen, mit einer höheren Macht oder jemandem/etwas zu verhandeln, dem die Kontrolle über die Situation zugeschrieben wird. Die Person kann durch Gebete Versprechungen an Gott machen oder versuchen, mit jemand anderem eine Vereinbarung zu treffen, um den Verlust verschwinden zu lassen.
Depression
In der Phase der Depression beginnt die Person, die Situation teilweise zu akzeptieren und die Realität wahrzunehmen. Verleugnung, Hass und Verhandeln haben alle nicht verhindert, dass der Verlust eintritt. Menschen beginnen, traurig über alles zu sein, was passiert ist.
Testen
Menschen beginnen, an regelmäßigen Aktivitäten teilzunehmen, um der Traurigkeit zu entkommen. Während der Testphase sucht die Person nach geeigneten Aktivitäten und es ist der Beginn der Akzeptanz. Menschen organisieren ihr Leben entsprechend dem, was sich verändert hat, neu und beginnen, nach einem neuen Gleichgewicht und Stabilität zu suchen.
Trauer ist eine sehr individuelle Erfahrung; es gibt keinen richtigen oder falschen Weg zu trauern. Wie Sie trauern, hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich Ihrer Persönlichkeit und Ihres Bewältigungsstils, Ihrer Lebenserfahrung, Ihrem Glauben und davon, wie bedeutend der Verlust für Sie war.
Zeit
Der Trauerprozess braucht Zeit. Heilung geschieht allmählich; sie kann nicht erzwungen oder überstürzt werden – und es gibt keinen „normalen“ Zeitplan für Trauer. Manche Menschen beginnen sich nach Wochen oder Monaten besser zu fühlen. Für andere wird der Trauerprozess in Jahren gemessen. Unabhängig von Ihrer Trauererfahrung ist es wichtig, geduldig mit sich selbst zu sein und den Prozess sich natürlich entfalten zu lassen.
Stabilität
Versuchen Sie, große Lebensveränderungen zu vermeiden. Während des Trauerprozesses sind Menschen verletzlicher. Daher sollten Entscheidungen, die mit großen Veränderungen verbunden sind und andere betreffen, aufgeschoben werden, bis mehr emotionale Stabilität vorhanden ist.
Gespräche
Emotionen zu teilen hat sich als hilfreich erwiesen. Über Gefühle zu sprechen unterstützt den Trauerprozess. Das Unterdrücken und Ignorieren unangenehmer Empfindungen verhindert, dass Menschen weitermachen können.
Selbstfürsorge
Trauer beeinflusst Körper und Seele. Appetitverlust ist zum Beispiel ein natürlicher Prozess, sollte aber nicht zu lange anhalten, um Schäden am Körper zu vermeiden. Sich selbst durch Sport und angenehme Aktivitäten zu pflegen, unterstützt den Trauerprozess. Sie können Bücher lesen, spazieren gehen oder Ihren Geist auf andere Weise erfrischen.
Hilfe suchen
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit Ihren Emotionen umzugehen, oder bemerken, dass der Trauerprozess irgendwie stagniert, wird empfohlen, mit einem psychologischen Fachmann zu sprechen. Wenn Sie Ihre Erfahrungen mit jemandem teilen möchten, der ebenfalls einen Verlust erlebt hat, können Sie mit einem Berater sprechen, der in seinem oder ihrem Leben eine ähnliche Erfahrung gemacht hat. Neben der individuellen Beratung gibt es Trauertherapiegruppen, in denen Menschen mit Verlusten ihre Probleme in einem unterstützenden Umfeld teilen können.