Akzeptanz- und Commitment-Therapie, weithin bekannt als ACT (ausgesprochen wie das Wort „act“), ist eine Form der Psychotherapie, die auf Verhaltenswissenschaft und Achtsamkeitsprinzipien basiert. Sie konzentriert sich darauf, Einzelpersonen dabei zu helfen, psychologische Flexibilität aufzubauen – die Fähigkeit, präsent, offen und engagiert im Leben zu bleiben, selbst angesichts schwieriger Gedanken und Emotionen. Im Gegensatz zu traditionellen kognitiv-behavioralen Ansätzen, die darauf abzielen, negative Gedanken herauszufordern oder zu verändern, ermutigt ACT die Menschen, ihre inneren Erfahrungen ohne Urteil zu beobachten und zu akzeptieren.
Im Zentrum von ACT stehen Achtsamkeitsübungen. Diese sind nicht nur Entspannungstechniken; sie sind sorgfältig gestaltete Praktiken, die das Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment kultivieren. Klienten lernen, ihre Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und Impulse zu bemerken, sobald sie auftreten, ohne zu versuchen, sie zu unterdrücken oder zu vermeiden. Das Ziel ist nicht, das Leiden zu beseitigen, sondern die Art und Weise zu ändern, wie wir uns darauf beziehen. Dieser Wandel – von Widerstand zu Offenheit – kann tiefgreifend sein. Er hilft den Menschen, sich aus dem ermüdenden Kreislauf zu befreien, ihre inneren Erfahrungen zu bekämpfen, und stattdessen Raum zu schaffen, damit sie da sein können, ohne überwältigt zu werden.
Eines der kraftvollsten Elemente von ACT ist die Werteklärung. In der Therapie werden die Klienten angeleitet, auf einer tiefen, persönlichen Ebene zu erkunden, was ihnen wirklich wichtig ist. Diese Werte könnten Dinge wie Ehrlichkeit, Mitgefühl, Kreativität, familiäre Verbundenheit oder soziale Gerechtigkeit umfassen. Im Gegensatz zu Zielen, die erreicht und abgehakt werden können, sind Werte beständige Richtungen – wie ein Kompass, der hilft, das Leben selbst in emotionalen Stürmen zu navigieren. Wenn Menschen ihre Werte klar erkennen, gewinnen sie ein Gefühl von Zweck und Richtung, das über vorübergehende emotionale Zustände hinausgeht.
Aus dieser Klarheit entsteht engagiertes Handeln – die verhaltensbezogene Komponente von ACT. Die Klienten beginnen, Schritte zu unternehmen, selbst kleine, um im Einklang mit ihren Werten zu leben. Dies könnte bedeuten, ein schwieriges Gespräch zu führen, einer lange aufgegebenen Leidenschaft nachzugehen oder Grenzen in Beziehungen zu setzen. Diese Handlungen sind oft unangenehm, weil sie erfordern, sich in Verletzlichkeit und Unsicherheit zu bewegen. Aber im Laufe der Zeit fördern sie ein Leben, das sich authentischer und bedeutungsvoller anfühlt.
Es ist wichtig zu beachten, dass ACT emotional intensiv sein kann. Sich belastenden Gedanken, schmerzhaften Erinnerungen oder unangenehmen Emotionen direkt zu stellen, ist nicht einfach. Es erfordert Mut und Ehrlichkeit. Aber es bietet auch etwas, das viele Klienten als befreiend beschreiben: die Freiheit, aufzuhören zu vermeiden und anzufangen zu leben. Wenn wir lernen, mit unserem inneren Unbehagen zu koexistieren und dennoch in einer Weise voranzuschreiten, die unsere Werte widerspiegelt, beginnt sich das Leben voller und mehr im Einklang anzufühlen.
Anstatt nach einer schmerzfreien Existenz zu streben, hilft uns ACT, die Fähigkeit zu entwickeln, reich zu leben, selbst mit Schmerz. Und in einer Welt, in der Vermeidung oft zur Standardbewältigungsstrategie wird, lehrt uns ACT sanft, dass der Weg zur Heilung darin liegen könnte, das Gegenteil zu tun – sich mit Neugier, Mitgefühl und der Bereitschaft, trotzdem zu handeln, unserer inneren Welt zuzuwenden.