Millenials vs Gen Z: Sind Spannungen am Arbeitsplatz unvermeidlich?
Anastassia Murašina
Der heutige Arbeitsplatz ist vielfältig und dynamisch und vereint Mitarbeiter aus verschiedenen Generationen.
Baby-Boomer (1946–1964), Generation X (1965–1980), Millennials (1981–1996) und Generation Z (1997–2012) bringen jeweils unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf die Arbeit mit. Während diese Vielfalt eine Stärke eines Unternehmens sein kann, kann sie auch zu Missverständnissen führen – insbesondere, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter aus verschiedenen Generationen stammen.
Gen-Zs beginnen gerade ihre Karriere
Millennials befinden sich oft in Führungspositionen, während Gen Zs gerade ihre Karriere beginnen.
Millennials schätzen Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und Innovation, während sie auch nach Sinn in ihrer Arbeit und der Möglichkeit suchen, einen Unterschied zu machen. Ein klares Gefühl der Zielsetzung treibt sie an, und sie möchten, dass ihre Beiträge zählen.
Mitarbeiter der Generation Z hingegen schätzen Struktur, Anleitung und Work-Life-Balance. Sie legen Wert auf Authentizität, Vielfalt und Inklusion und erwarten Flexibilität und nahtlose Technologieintegration in ihren täglichen Aufgaben.
Was passiert, wenn Erwartungen aufeinanderprallen?
Kristiina* ist eine 38-jährige Abteilungsleiterin, die ihre Karriere auf Unabhängigkeit und Selbstentwicklung aufgebaut hat. Sie erwartet von ihren Teammitgliedern, dass sie Eigeninitiative ergreifen und Aufgaben ohne übermäßige Beaufsichtigung erledigen.
Marko*, ein 24-jähriger Junior-Spezialist, hat gerade seine Arbeit begonnen und möchte das Gefühl haben, dass er sich in die richtige Richtung entwickelt. Er sucht nach klaren Rückmeldungen und Unterstützung von seinem Manager, um Vertrauen in seine Arbeit zu gewinnen.
Eines Tages beauftragt Kristiina Marko mit einer neuen Aufgabe und erwartet, dass er sie selbstständig erledigt.
„Marko, dieses neue Projekt liegt jetzt in deiner Verantwortung,“ sagt Kristiina selbstbewusst. „Ich möchte dir nicht genau sagen, wie du es machen sollst – experimentiere und finde heraus, welche Lösung für dich am besten funktioniert.“
Marko nickt, fühlt sich aber unsicher. „Ich mag es, die Chance zu haben, meine eigenen Lösungen zu finden, aber da dies ein neues Thema für mich ist, möchte ich sicherstellen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Könntest du mir einige spezifische Anleitungen geben?“
Kristiina lächelt, fühlt sich aber leicht frustriert. „Ich glaube, du kannst das alleine schaffen. Versuch es, und wenn du wirklich Hilfe brauchst, können wir sprechen.“
Marko kehrt an seinen Schreibtisch zurück, aber Zweifel bleiben in seinem Kopf. Er hat das Gefühl, dass die Erwartungen nicht ganz klar sind und er sich wegen möglicher Fehler Sorgen macht. In der Zwischenzeit ist Kristiina überzeugt, dass Marko nur mehr Ermutigung und Unabhängigkeit braucht.
Situationen wie diese können Spannungen am Arbeitsplatz erzeugen, aber sie haben einfache Lösungen.
Sie brauchen mehr als Ermutigung und Unabhängigkeit.
Wie kann man die Generationslücke überbrücken?
Um eine bessere Zusammenarbeit am Arbeitsplatz zu fördern, ist es wichtig zu verstehen, wie verschiedene Generationen arbeiten und was sie von ihren Führungskräften und Kollegen erwarten.
1. Flexible Führungsstile
Millennial-Manager sollten erkennen, dass Mitarbeiter der Generation Z oft mehr anfängliche Anleitung und Klarheit benötigen. Jüngere Mitarbeiter mangelt es nicht unbedingt an Unabhängigkeit; sie sehen Feedback als Teil ihres Lernprozesses.
2. Klare und offene Kommunikation
Verschiedene Generationen haben unterschiedliche Kommunikationspräferenzen. Ältere Mitarbeiter schätzen möglicherweise Formalität, während jüngere Mitarbeiter schnelle und direkte Gespräche bevorzugen. Feedback sollte regelmäßig, prägnant und konstruktiv sein.
3. Mentoring und Wachstumsmöglichkeiten
Jüngere Mitarbeiter suchen nach kontinuierlichem Lernen und beruflichem Wachstum. Ein strukturiertes Entwicklungsprogramm und ein Mentor können ihr Vertrauen und ihre Produktivität erheblich steigern.
Wenn Kristiina und Marko ihre Kommunikation angepasst hätten, hätte sich ihre Interaktion anders entwickelt:
„Marko, wie läuft dein Projekt? Brauchst du irgendwelche Klarstellungen?“ fragt Kristiina am nächsten Morgen.
„Ich habe einen allgemeinen Plan, aber ich würde gerne dein Feedback erhalten, bevor ich mit den nächsten Schritten fortfahre,“ antwortet Marko selbstbewusster.
„Das klingt großartig! Lass uns deinen Plan gemeinsam überprüfen, und ich gebe dir einige Vorschläge, die dir helfen, mit Zuversicht voranzukommen,“ sagt Kristiina und erkennt, dass dieses Gespräch beiden zugutekommt.
Solche Dialoge ermöglichen es beiden Parteien, sich sicherer zu fühlen – Führungskräfte verstehen, dass neue Mitarbeiter strukturierte Anleitung benötigen, während jüngere Mitarbeiter sich in ihrem beruflichen Wachstum geschätzt und unterstützt fühlen.
Generationenunterschiede müssen keine Konfliktquelle sein; sie können vielmehr eine Gelegenheit sein, neue Arbeitsstile und Perspektiven zu integrieren. Die Zusammenarbeit wird nahtloser und produktiver, wenn Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Kommunikationsstile anpassen und sich bemühen, einander besser zu verstehen.
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Anastassia ist eine Psychologin, die sich auf Beratungspsychologie, Wohlbefinden am Arbeitsplatz und Gruppenmoderation spezialisiert hat. Sie entwickelt Strategien und Werkzeuge für die psychische Gesundheit von Unternehmen, gestaltet und führt Schulungen durch und hilft Teams, gesündere und unterstützendere Arbeitsumgebungen zu schaffen.
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