Was ist chronischer Schmerz?

Chronische Schmerzen werden definiert als Beschwerden, die über die normale Heilungszeit hinaus anhalten und nicht immer eine eindeutige Ursache haben. In der Regel gelten Schmerzen als chronisch, wenn sie länger als 3 bis 6 Monate bestehen bleiben oder wiederkehren. Während Schmerz als Warnsignal den Menschen in einer akuten Phase schützt, verliert er seine Warnfunktion, sobald er konstant wird. Jede Art von Schmerz kann chronisch werden und Monate oder sogar Jahre andauern. Er kann verschwinden und wieder auftreten. Schmerz ist ein universelles Phänomen, und jeder erlebt ihn anders. Für Außenstehende kann es schwierig sein, den Schmerz der betroffenen Person zu verstehen, und seine Intensität wird oft unterschätzt. Betroffene können ein Gefühl der Entfremdung von ihrem eigenen Körper entwickeln, und alltägliche Aktivitäten können stark beeinträchtigt sein. Häufig haben Menschen das Gefühl, die Kontrolle über ihr Leben verloren zu haben und der Gesellschaft nicht mehr nützlich zu sein. Manchmal fühlen sich die Betroffenen von anderen nicht gehört, und ihre Schmerzerfahrung wird möglicherweise missverstanden.

Was verursacht chronische Schmerzen?

Chronische Schmerzen können verschiedene Ursachen haben: andauernde Gewebeschäden (z. B. fortgeschrittener Krebs), neurologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose), degenerative Erkrankungen (z. B. Arthritis) und viele andere. In einigen Fällen ist die Ursache chronischer Schmerzen unbekannt – insbesondere wenn die Läsion, die den Schmerz ursprünglich ausgelöst hat, bereits abgeheilt ist.

Schmerz als Phänomen ist schwer zu fassen; neben den physiologischen Faktoren umfasst er auch emotionale, kognitive, soziokulturelle, verhaltensbezogene und psychologische Aspekte.

Schmerz wird im Gehirn wahrgenommen, hauptsächlich im Kortex. Der Schmerzweg ist wie folgt:

  • Schmerzsignale werden von Rezeptoren erfasst und über kleine myelinisierte Fasern und sehr kleine nicht-myelinisierte Fasern an das Rückenmark übertragen.
  • Das Signal wird im Gehirn verarbeitet, übersetzt und mit Bedeutung versehen. Die Information, die in wenigen Sekunden das Bewusstsein erreicht, hat mehrere Komponenten: Schmerzlokalisation und -intensität, das unangenehme Empfinden und andere damit verbundene Emotionen. Es ist wichtig, sich der Auswirkungen früherer Erfahrungen, Sorgen, Ängste und negativer Erwartungen auf die Schmerzwahrnehmung bewusst zu sein. Es ist entscheidend, diese zu beeinflussen, um den Schmerz erfolgreicher zu bewältigen.

Im zentralen Nervensystem gibt es ein komplexes Schmerzregulierungssystem, das in einer normalen Situation gut funktioniert. Unser Körper sendet ständig Signale über verschiedene Empfindungen, aber nicht alle Signale erreichen das Gehirn: Mehr als 70 % der Signale bleiben im Rückenmark. Diese Signale werden durch die Nervenbahnen, die zum hinteren Teil des Rückenmarks hinabsteigen, und auch durch Neurotransmitter gedämpft, die die Übertragung der Schmerzsignale hemmen. Wenn es zu einem Ausfall im System kommt, werden auch „harmlose“ Signale weitergeleitet und als Schmerz interpretiert. Die Menge der grauen Substanz im Gehirn beginnt abzunehmen, wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten. Diese Veränderungen treten recht schnell auf, selbst nach einem 3-monatigen Schmerzzyklus. Der übermäßige Druck im Nervensystem kann anhalten, und so entsteht der Teufelskreis zwischen dem Schmerz und dem Nervensystem.

Wie man mit chronischen Schmerzen umgeht?

Verlässliche Informationen suchen

Es ist sehr wichtig, verlässliche Informationen über Schmerzen zu erhalten. Die Schmerzbewältigung kann emotional schwieriger sein, wenn die Ursache unbekannt ist. In Estland gibt es eine Schmerzvereinigung , bei der Sie weitere Informationen zum Schmerzmanagement erhalten können.

Körperlicher Kontakt

Streicheln, Umarmungen und Liebkosungen stimulieren den Geist auf unterschiedliche Weise. Berührung und Massage beruhigen den Körper und reduzieren die Freisetzung des Stresshormons Cortisol, senken den Blutdruck und helfen, Stress zu überwinden.

Sprechen Sie über Ihre Emotionen

Gefühle können einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Obwohl positives Denken uns Kraft gibt, ist es auch wichtig, Raum für negative Emotionen zu lassen. Viele Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, unterdrücken ihre Emotionen, um sich selbst oder andere vor negativen Emotionen zu schützen. Es ist wichtig, alle Arten von Emotionen auszudrücken, damit sie keine Spannungen im Körper verursachen.

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine Art von Meditation, die uns lehrt, eine offene, freundliche, neugierige und akzeptierende Haltung uns selbst, dem Leben und Emotionen gegenüber einzunehmen. Hier finden Sie einige Achtsamkeitstechniken.

https://www.mindful.org/mindfulness-meditation-guided-practices/

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