Morgane Oléron
Arbeitsplatztrauma ist etwas, das jedem widerfahren kann, unabhängig von der Branche, in der man tätig ist – von Unfällen, Gewalt und Übergriffen bis hin zu Entlassungen und unerwarteten Krisen. Einige Ereignisse können tiefgreifende psychologische Auswirkungen auf Einzelpersonen, Teams und die gesamte Unternehmenskultur haben.
Die Fähigkeit, Arbeitsplatztraumata zu erkennen und darauf zu reagieren, fördert ein gesünderes und widerstandsfähigeres Arbeitsumfeld.
Arbeitsplatztrauma bezieht sich auf psychische oder emotionale Belastungen, die Mitarbeitende aufgrund von Ereignissen am Arbeitsplatz erfahren können.
Dies kann auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen sein:
Es kann auch die Folge anhaltender Stressfaktoren sein:
Arbeitsplatztrauma kann sich durch verschiedene Arten von Symptomen äußern – emotionaler, physischer und verhaltensbedingter Natur –, die sowohl das berufliche als auch das persönliche Leben beeinflussen können.
Traumata können zu psychischen Störungen wie Angstzuständen, Depressionen, Panikattacken oder sogar einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen. Sie können emotionale Taubheit, Reizbarkeit und tief sitzende Gefühle von Wut, Scham oder Traurigkeit hervorrufen.
Arbeitsplatztraumata können Schlafstörungen und körperliche Gesundheitsprobleme wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, erhöhten Herzschlag oder Veränderungen im Appetit hervorrufen.
Schließlich haben Traumata auch Auswirkungen auf das Verhalten, von reduzierter Leistung aufgrund verminderter Konzentration und Fokussierung bis hin zu Absentismus und Präsentismus von Mitarbeitenden, die Auslöser am Arbeitsplatz vermeiden möchten, wo ihre Reaktivität und Reizbarkeit erhöht sein werden.
In vielen Ländern kann das Versäumnis, psychische Gesundheitsprobleme, einschließlich traumatischer Erfahrungen, anzugehen, erhebliche finanzielle Auswirkungen auf den Arbeitgeber haben. Mitarbeitende müssen nicht nur aufgrund langanhaltender Traumata Krankheitstage nehmen, sondern es können auch Geldstrafen und Rückerstattungen anfallen, wenn sie sich entscheiden, rechtliche Schritte gegen Organisationen einzuleiten, die die Rechte der Mitarbeitenden verteidigen.
Einzelpersonen können chronische psychische Probleme wie anhaltende Angstzustände, PTBS, Depressionen und sogar Substanzmissbrauch entwickeln. Einige Mitarbeitende können auf Schwierigkeiten in ihrer beruflichen Entwicklung stoßen oder der Aussicht gegenüberstehen, überhaupt nicht mehr arbeiten zu können.
Wenn es um Teams geht, führen langanhaltende Traumata schließlich zum Vertrauensverlust, zu einem Rückgang der Arbeitsmoral, wenn ungelöste Herausforderungen und Konflikte bestehen bleiben, und zu einem Anstieg von Absentismus, Präsentismus und Fluktuation. Ein Team, das unter Traumata leidet, wird risikoavers und weniger innovationsbereit sein, was sich negativ auf die Produktivität des Unternehmens auswirken wird.
Langanhaltende Traumata, die unbehandelt bleiben, können sich tief in die Unternehmenskultur eingraben und ein Umfeld der Angst, des Misstrauens und der Demotivation schaffen, das die Führung schwächt, Talente abwandern lässt und im Laufe der Zeit sogar dem Ruf des Unternehmens schaden kann. Daher ist die Auseinandersetzung mit Arbeitsplatztraumata nicht nur aus moralischen Gründen unerlässlich, sondern auch eine strategische Investition in die Gesundheit Ihrer Organisation.
Unternehmen werden ermutigt, sich über traumasensible Betreuung zu informieren und Prozesse wie Krisenreaktionspläne zu implementieren, um Wohlbefinden, Sicherheit und Resilienz auf individueller und organisationaler Ebene in traumatischen Situationen effektiv aufrechtzuerhalten.
Traumasensible Praxis oder Betreuung zielt darauf ab, die Qualität und Zugänglichkeit von Dienstleistungen für Personen, die unter Traumata leiden, zu verbessern und gleichzeitig Fachkräfte sowie Kollegen und HR-Verantwortliche zu ermutigen, ihre Perspektive von „Was ist falsch mit dieser Person?“ zu „Was braucht diese Person?“ zu verschieben.
Das übergeordnete Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, das Retraumatisierungen vorbeugt und das Wohlbefinden aller innerhalb der Organisation unterstützt.
Traumasensible Betreuung basiert auf sechs Hauptprinzipien:
Ein Krisenreaktionsplan (KRP) – im Englischen Critical Incident Response Plan (CIRP) genannt – ist ein Schritt-für-Schritt-Rahmen, den Unternehmen nutzen können, um sich auf plötzliche und traumatische Ereignisse am Arbeitsplatz (wie Unfälle, Todesfälle, Gewalt, Naturkatastrophen) vorzubereiten, darauf zu reagieren und sich davon zu erholen.
Wie so oft beginnt es mit der Implementierung von Verfahren und Schulungen zur Prävention und Sensibilisierung. Das Personal – von Mitarbeitenden bis zu HR und Führungskräften – muss in der Lage sein, die Anzeichen und Auswirkungen von Traumata zu erkennen.
Der erste Schritt besteht darin, potenzielle Risiken zu identifizieren, ein Reaktionsteam zu benennen und zu schulen sowie klare Protokolle zu erstellen und zu kommunizieren. Regelmäßige Schulungen und Feedbackschleifen sind ebenfalls erforderlich.
Unabhängig von Ihrer Branche geht es bei der Unterstützung von Mitarbeitenden bei Arbeitsplatztraumata nicht nur um Compliance; es ist Teil einer mitfühlenden Führung und trägt zum Aufbau gesünderer, widerstandsfähigerer Organisationen bei.
Über den Autor

Psychologie-Content-Autorin bei Siffi
Morgane erstellt einfühlsame, fesselnde Inhalte, die Gespräche über psychische Gesundheit menschlicher und zugänglicher machen. Bei Siffi verbindet sie Storytelling mit Strategie, um eine Kultur der Fürsorge und Verbindung am Arbeitsplatz zu fördern.
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